Aktuelle Agenda

LSBTIQ+ in Düsseldorf – Wahlprüfsteine zur Kommunalwahl 2020

In einem ehrenamtlichen Partizipationsprozess hat das LSBTIQ+ FORUM DÜSSELDORF zwischen November 2019 und Februar 2020 einen Maßnahmenkatalog mit acht Handlungsfeldern entwickelt. Diese sollen dafür sorgen, dass Düsseldorf eine Vorbildrolle für die Akzeptanz von LSBTIQ+ einnimmt. Die Veröffentlichung des Maßnahmenkatalogs im März 2020 wird mit den hier vorliegenden Wahlprüfsteinen und eigenen Dialogveranstaltungen durch das LSBTQ+ FORUM DÜSSELDORF begleitet. Das Forum ist hierbei überparteilich und spricht mit allen demokratischen Parteien und Fraktionen.


Ziel der Wahlprüfsteine und des Maßnahmenkatalogs ist es, darüber mit Kommunal-Politiker*innen ins Gespräch zu kommen: Welche Maßnahmen müssten in Düsseldorf noch umgesetzt werden, damit die LSBTIQ+ Menschen hier die gleichen Rechte und Pflichten wie alle anderen bekommen. Die Maßnahmen sind Arbeitsauftrag und Appell an unsere aktive Bürger*innenschaft!


Zehn Wahlprüfsteine für den Wahlkampf 2020

 

1. Mehr Schulaufklärung!
Das Schulaufklärungsprojekt SCHLAU Düsseldorf leistet Antidiskriminierungsarbeit zu Homo- und Transphobie in Düsseldorfer Schulen. SCHLAU Düsseldorf hat in 2019 Workshops an Düsseldorfer Schulen im niedrigen dreistelligen Bereich durchgeführt! Deshalb fordern wir, dass SCHLAU Düsseldorf um mindestens eine 50% Personalstelle verstärkt wird.

 

2. Beratungsstelle für Trans* und Inter* stärken!
Bereits mit der Eröffnung der Trans*beratungsstelle Düsseldorf gab es sehr hohe Beratungsnachfragen. Die Anfragen haben sich mit dem dritten Geschlechtseintrag „divers“ und der zunehmenden Debatte um Trans* und Intergeschlechtlichkeit weiterhin erhöht. Deshalb fordern wir den Ausbau der Beratungsstelle auf mindestens zwei 75%-Personalstellen.

 

3. Queere Communitys in den Partnerstädten unterstützen!
LSBTIQ+ sind weltweit Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt. So sind bei unseren Städtepartnern Warschau und Moskau Gewalt und Stigmatisierung an der Tagesordnung. In Polen erklären immer mehr Städte sich zu einer „LGBT-free Zone“ und in Russland werden LSBTIQ+, die sich in der Öffentlichkeit zeigen, mit einem Anti-Homopropaganda-Gesetz unter Strafe gestellt. Wir fordern deshalb die Stadt Düsseldorf auf, sich für LSBTIQ+ in den Partnerstädten einzusetzen.

 

4. Denkmal für LSBTIQ+ errichten!
Düsseldorf war im Nationalsozialismus eine Hochburg der Homosexuellenverfolgung. Seit vielen Jahren setzen wir uns deshalb für ein Denkmal für LSBTIQ+ ein. Die Kunstkommission Düsseldorf lobte einen internationalen Wettbewerb aus. Wir fordern die Umsetzung des finalen Entwurfs zwischen der Rheinkniebrücke und Oberkasseler Brücke am Rheinufer.

 

5. Eigenständige LSBTIQ+ Koordinierungsstelle bei der Stadt schaffen!
Die letzten Jahre haben gezeigt: Düsseldorf braucht eine eigene LSBTIQ+ Koordinierungsstelle. Aufgaben einer Koordinierungsstelle sind die fachpolitische Arbeit zu LSBTIQ+, die Antidiskriminierungs- und Gleichstellungsarbeit, die Unterstützung der LSBTIQ+ Community, die Akzeptanzförderung sowie Beratung und Service. Deshalb fordern wir eine eigene Koordinierungsstelle mit einer entsprechenden Personalausstattung.

 

6. Checkpoint (Beratung zu HIV und STI) ausbauen!
Seit einigen Jahren gibt es den Checkpoint Düsseldorf als besonders niedrigschwelliges und zielgruppenspezifisches Beratungs- und Testangebot für Schwule, Bisexuelle und Männer, die Sex mit Männern haben. Mit neuen Schutzstrategien wie Schutz durch Therapie oder PrEP neben dem Kondom ist der Sieg über HIV und Aids noch nie so nah gewesen. Wir fordern deshalb den bedarfsgerechten Ausbau und die Absicherung Checkpoints Düsseldorf bei der Aidshilfe Düsseldorf mit Fördermitteln durch die Stadt.

 

7. Sichere Unterbringung von LSBTIQ+ Geflüchteten!
LSBTIQ+ Geflüchtete müssen aufgrund der sehr schwierigen und gewaltbelastenden Situation in Unterkünften in eigenen Wohneinheiten untergebracht werden. Wir fordern deshalb, dass die Stadt LSBTIQ+ Geflüchtete sicher unterbringt und sukzessive eine eigene Unterkunft für LSBTIQ+ Geflüchtete umsetzt. Fachkräfte der Flüchtlingshilfe sind für die besonderen Belange von LSBTIQ+ zu schulen.

 

8. Gegen LSBTIQ+ Feindlichkeit im Sport!
Ressentiments und Feindlichkeit gegen LSBTIQ+ sind immer noch ein Problem im Sport. Wir fordern deshalb die Stadt Düsseldorf auf, das Engagement bei der Antidiskriminierungsarbeit im Jugendsport zu verstärken. Darüber hinaus fordern wir Kampagnen gegen LSBTIQ+ Feindlichkeit in den Stadien und die Förderung des LSBTIQ+ Sportevents Düssel-Cup.

 

9. Für ein LSBTIQ+ Zentrum für Alle!
Für LSBTIQ+ über 27 Jahren gibt es keine Begegnungs- und Freizeitstätte. Das letzte Zentrum, das Café Rosa Mond e.V. musste 2009 schließen. Immer öfter stößt unsere Community vor das Problem, dass es keine Räume gibt, an dem wir uns für Gruppenangebote, Projekte und vor allem barrierefrei treffen können. Deshalb fordern wir von der Stadt, uns bei der Umsetzung eines „Kreativraums“ für LSBTIQ+, der als sozialer Treffpunkt von Initiativen, Gruppen und Projekten der LSBTIQ+ Community dienen soll, zu unterstützen.

 

10. LSBTIQ+ im Alter vor Diskriminierung schützen
Schon wegen des demographischen Wandels und der bereits jetzt erkennbaren Notwendigkeit einer Facheinrichtung, die die Belange von älteren und alten LSBTIQ+ berücksichtigt, ist die Fachstelle Altern um Regenbogen bedarfsgerecht auszubauen und langfristig abzusichern.

 

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Zehn Wahlprüfsteine für den Wahlkampf 2020
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Maßnahmenkatalog für die Düsseldorfer Ratsperiode 2020 bis 2025
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Forums-Agenda 2014-2020

Das Forum hat infolge der Kommunalwahl 2014 gemeinsam mit allen teilnehmenden Gruppen eine Agenda abgestimmt und aufgestellt, die die Grundlage politischer Forderungen bis 2020 bildet. Die Agenda des Forums wird kontinuierlich weiterentwickelt und auf ihre Umsetzung überprüft. Neue politische Forderungen oder Themen können erst nach Abstimmung mit den Forumsgruppen in die Agenda aufgenommen werden.


Die aktuelle Agenda mit Evaluation vom 26.01.2016 findest Du hier:

 

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Forums-Agenda 2014-2020 | Evaluation vom 26.01.2016
Agenda_2014-2020_Evaluation_160126.pdf
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